Horacio Cavallo: Im Herzen des Flusses
20,00 €
Diana wird bald elf Jahre alt. Sie und ihr Bruder Juan reisen versteckt auf der Ladefläche eines Autos, um die Grenze zu überqueren und ihre Mutter wiederzufinden. Alles, was sie bei sich haben, ist ein Stoffbeutel mit Obst, Keksen, Wasser – und Schweigen. In ihren Herzen ist aber so viel mehr: Die Erinnerungen, Träume und Sehnsüchte, von denen Diana voller Poesie erzählt.
Die bewegende Reise der beiden Geschwister erinnert an die Reise vieler Kinder, die ihr Zuhause verlassen müssen – in der Hoffnung, anderswo ein besseres Leben zu finden.
Reaktionen
»Der Text selbst befindet sich an der Grenze zwischen Erzählung und Poesie. […] Zu jeder Zeit findet Diana im Schrecklichen einen Ausweg, ein Licht. In diesem Hin und Her von der Erzählung zur Poesie, von der Härte der Tatsachen zur Metapher und zur Träumerei, schafft Cavallo ein Universum, in dem eine Art Wiedervereinigung möglich ist.«
Rosanna Peveroni, la diaria
»Horacio Cavallo’s Erzählung über eine Flucht zweier Kinder wünscht man zutiefst einen guten Ausgang: Diana und Juan sollen wieder mit ihrer Mutter vereint sein, weil Kinder einfach ihre Mütter brauchen. Doch die Realität auf dieser Erde sieht aktuell leider ganz anders aus: Laut UNO-Flüchtlingshilfe waren Ende 2025 weltweit 117,8 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter schätzungsweise 47 bis 50 Millionen Kinder. Mögen die Ursachen auch unterschiedlich sein (Dürren, Wassermangel, wirtschaftliche Gründe, Kriege bzw. Bürgerkriege etc.), die Folgen insbesondere für Kinder sind verheerend: Ihnen wird ihre Kindheit, ihre Unbeschwertheit genommen! In den allermeisten Fällen lernen sie nicht einmal eine unbeschwerte Kindheit kennen! Diese grausame Realität ist den militärisch-politischen Verantwortlichen bewußt, doch interessieren tut sie nicht – allen völkerrechtlichen Appellen zum Trotz.
Und so versucht denn „Im Herzen des Flusses“ allen Kindern und Jugendlichen auf der Flucht zumindest eine weitere Stimme zu geben: Eine poetische und damit leise Stimme zwar, die jedoch nicht minder die Verantwortlichen und die bestehenden Verhältnisse anklagt! Fürwahr kein (Kinder-)Buch, das man liest und einfach wieder zur Seite legt, sondern eine Erzählung, die aufrüttelt, gefangen nimmt und lange nachklingt. Obendrein ein gutes Lehrbeispiel für den Literaturunterricht in höheren Schuljahrgangsstufen, wie Autorinnen und Autoren zwischen ihren Zeilen höchst gesellschaftspolitische Akzente setzen.
Eine in Bild und Text kompositorisch-stimmige literarische Umsetzung zu den Themen Flucht und Vertreibung.«
Christian Kühn, i.A. Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse

Die Übersetzung aus dem Spanischen wurde gefördert von Litprom e.V. in Kooperation mit dem Goethe-Institut.

